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Wohnen im Art déco-Stil

5. März 2020 / Trends & Looks
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Art déco: der ikonische Stil der goldenen 20er

Wer hat nicht schon einmal von einem pompösen Leben in Saus und Braus geträumt? Mit einem Glas Champagner in der Hand an der edlen Palisanderholz-Bar stehen, sich unterhalten und den eleganten Stil des Raumes auf sich wirken lassen – ganz im Stil vom „Großen Gatsby“ oder „Babylon Berlin“. In der turbulenten, ausschweifenden Zeit der 1920er Jahre entwickelte sich ein Design-Stil, der das Leben feiert. Unbekümmert, sinnlich, elegant: Die Rede ist von Art déco.

 

So erkennen Sie Art déco, wenn Sie den Stil vor sich sehen

Wer ein Zimmer im Art déco-Stil betritt, dem stockt beinah der Atem. Es wirkt opulent, ohne aufdringlich zu sein. Das Design transportiert Emotionen, die einen Raum komplett ausfüllen. Ungewöhnliche Material- und Textur-Kombinationen sind neben geometrischen Linien, schillernden Oberflächen und extravaganten Ornamenten zu finden. Zu erkennen sind verschiedene Einflüsse:

  • Kubismus
  • De Stijl
  • Futurismus

Art déco-Design hat sich in allen Bereichen der bildenden Kunst durchgesetzt: Architektur, Malerei und Skulptur, Grafik und Kunstgewerbe. Es verbindet funktionale Elemente mit künstlerischen Akzenten: Accessoires wie Uhren und Aschenbecher, aber auch Autos und sogar ganze Bauwerke wurden und werden in dieser Stilrichtung gefertigt.

 

Materialien

Glänzend, exklusiv, edel. Möbel, Accessoires und Co. im Art déco-Stil sind aus hochwertigen Materialien gefertigt. Klar, wie sollte dieser luxuriöse Stil besser transportiert werden als durch:

  • Edelstahl
  • Lack
  • Aluminium
  • Chrom
  • Kupfer
  • Gold
  • Marmor
  • Edelhölzer wie Nussbaum oder Palisander
  • extravagante Stoffe wie Samt oder Velours

 

Motive

Designer dieser Epoche ließen sich von uralten Motiven inspirieren und interpretierten sie für sich neu. Nach der Entdeckung des Grabs von Tutanchamun 1922 wurden ägyptische Muster populär. Art déco-Designer fanden aber auch Gefallen an den Kreationen von Römern, Griechen und Azteken. Insbesondere Sonnenstrahlen waren ein beliebtes Motiv.

 

Formen

Gerade geometrische Linien, entwaffnende Symmetrien, abgestufte und später stromlinienähnliche Formen wechseln sich ab. Sie stehen ganz im Gegensatz zu den kurvenreichen, gewollt asymmetrischen bzw. floralen Mustern des Jugendstils.

Über Wurzeln und Entwicklung

Während Ende des 19. Jahrhunderts und zur Zeit des Ersten Weltkriegs der Jugendstil immer unzeitgemäßer wurde, entstand eine neue Richtung, die sich klar abzugrenzen wusste: Art déco, kurz für das französische „art décoratif“. Die industrielle Revolution und der Wunsch nach Innovation bildeten die Basis. Eine Ausstellung markierte den Beginn der Art déco-Bewegung: Die „Exposition Internationale Arts Décoratifs et Industriels Modernes“. Zwischen 1920 und 1940 etablierte sich Art déco als Gegenspieler zum Bauhausstil und De Stijl. Alle drei Richtungen zeichneten sich durch starke, eingängige Linien aus. Art déco-Designer verbanden allerdings neue Technologien, Materialien und Mechanisierung und schufen daraus eine außergewöhnliche, glamouröse Gesamtästhetik.

 

Die Stromlinien-Moderne

Das amerikanische Pendant zum europäischen Art déco-Stil präsentierte sich reduzierter. Architekten kreierten Entwürfe für die reale Welt, zweckmäßiger und mit weniger Verzierungen. Kostbare Materialien wurden von Beton, Glas und Chrom abgelöst. Beige und Erdtöne ersetzten energetische, leuchtende Farben.

 

Art déco 2.0

Dass Art déco immer noch zeitgemäß sein kann, zeigen aktuelle Wohntrends. Als Alternative zum puristischen, skandinavischen Design setzt Art déco 2.0 auf traditionelle Handwerkskunst, geometrische Muster, extravagante Stoffe, Samt, Marmor und funkelnde Oberflächen. Als Beispiel sei hier Sebastian Herkners „Bell Table“ genannt. Mit seiner schwarz lackierten Glasplatte, dem Messingband und dem Glasfuß ist dieser Tisch jetzt schon ein Klassiker ganz im Stil des Art déco 2.0.

 

Von Frankreich in die Welt

Was in Frankreich begann, eroberte mit der Zeit die ganze Welt. Auf die eine oder andere Art finden sich Art déco-Stilelemente in vielen Großstädten:

  • Chrysler Building in New York
  • Theater Eden in Lissabon
  • U-Bahnsystem in London mit stilistischen Anlehnungen
  • Ein ganzes Stadtviertel in Havanna
  • Strukturen im Hafen von Shanghai

 

Auch was für Ihr Zuhause?

Wer jetzt denkt, die eigene Wohnung könne ein wenig Luxus und Opulenz durchaus vertragen, dem sei gesagt: Art déco können Sie leicht bei sich umsetzen. Zumindest, wenn Sie folgende Tipps beachten:

  1. Runden Sie sinnliche Wandfarben wie Petrol, Altrosa, Grün oder Anthrazit mit goldenen Accessoires ab: herrlich glamourös!
  2. Kombinieren Sie Muster authentisch: etwa eine romantische Blumen-Tapete zu einem schwarz-weiß karierten Teppich.
  3. Greifen Sie zu hochwertigen Materialien mit elegantem Charakter: ein Marmor-Tisch, Samt-Kissen oder eine Lampe in einem funkelnden Kupferton.
  4. Achten Sie auf ein stimmiges Farbkonzept: Die verwendeten Farben sollten sich in mehreren Elementen im Raum wiederfinden, beispielsweise der Wand, einer Tagesdecke und einem Bild.
  5. Wählen Sie die richtigen Accessoires: goldene Spiegel, Schwarzweiß-Fotografien, Kronleuchter und Co.