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Im Interview: Katharina Konte

Kreative Köpfe
1 Katharina Konte
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Die Welt schön malen

Let us introduce you to... Katharina Konte! Bezaubernd in ihrer Art und genauso beeindruckend in dem, was sie tagtäglich tut und hervorragend kann: Zeichnen und Illustrieren. Wir haben die Künstlerin getroffen und durften sie genauer kennenlernen.

Von der Grafikerin in Agenturen zur freiberuflichen Illustratorin – wie kam das?

Nach meiner Ausbildung zu Grafikerin habe ich eine Zeit lang in großen Agenturen gearbeitet, musste aber schnell feststellen, dass das nichts für mich ist. Es war leider sehr unkreativ und hatte wenig mit dem zu tun, was ich machen wollte. Also habe ich in die Fotografie und Mode-Branche gewechselt und arbeitete lange Zeit als Produktionsassistentin und irgendwann dann einer Produktionsagentur. Das war eine sehr schöne Zeit, weil ich viel gereist bin und der Einblick in die Modebranche natürlich sehr spannend war. Aber es war auch nicht das, was mich letztendlich wirklich glücklich gemacht hat. Ich bekam meinen Sohn Oscar, und er war schließlich auch der Grund, warum ich dort gekündigt habe. Weil ich nämlich meine Zeit, die ich nicht mit meinem Sohn verbrachte, mit etwas füllen wollte, das mir Spaß macht. Als er drei Jahre war, habe mich also selbständig gemacht. Ich hatte schon immer gemalt und gezeichnet, das wollte ich nun eben zum Beruf machen.

1 Katharina Konte Schaufenster
2 Katharina Konte Portrait1
3 Katharina Konte Schaufenster

Wie würdest du deinen Zeichenstil beschreiben?

Einerseits ist mein Stil sehr filigran und fein – ich liebe es, mit einem dünnen Fineliner in mein Skizzenheft zu zeichnen. Dabei male ich am liebsten geometrische oder lineale Interpretationen. Berge haben es mir dabei besonders angetan. Diese feinen Muster passieren so automatisch egal, ob ich im Zug sitze oder im Biergarten, ich liebe es einfach, Dreiecke oder Linien zu zeichnen.  Andererseits mag ich den schnellen, naiven Strich von Pinseln und zeichne gerne Frauengesichter oder Katzen. Oder auch skurriles wie Frauen mit Katzen auf dem Kopf. Bei Schaufensterillustrationen sind florale Muster sehr beliebt, die gehen mir auch sehr leicht von der Hand. Blumen lassen sich egal, in welchem Stil, immer wunderbar umsetzen.

Wie unterscheidet sich Window- von Wall Art?

Window Art, also die Schaufensterillustration, ist kurzlebiger, weil sie ja irgendwann wieder entfernt wird. Diese Kunstwerke sind nur temporär. Wall Art dagegen, also an Wände Gemaltes, mag ich deswegen besonders gerne, weil die Illustration für immer bleibt und so ein Kunstwerk geschaffen wird, das lange wirken kann.

Kannst du uns in wenigen Worten dein Konzept von „Art & Travel“ erklären?

Art & Travel habe ich ins Leben gerufen, weil ich alles, was ich sehe beim Reisen, in mein Skizzenheft zeichne. Jede Reise hat sein eigenes Journal, und das Erlebte wird aufgezeichnet und illustriert. Egal, ob ein Tourist, ein Rezept, eine Landschaft, ein Gedicht... So fange ich meine Eindrücke ein, nicht durch Fotos, sondern durch Illustrationen. Es ist meine Art, die Kunst durchs Reisen wiederzugeben.

1 Katharina Konte Schaufenster
2 Katharina Konte Schaufenster
3 Katharina Konte Schaufenster

Welche Branche bucht dich am häufigsten? Und wie erklärst du dir das?

Zu Beginn war das ganz unterschiedlich, aber in letzter Zeit kommen schon sehr viele Aufträge aus der Modebranche, das heißt, Geschäfte oder Kaufhäuser wie Loden-Frey oder Hirmer, an denen ich die Fenster bemale, oder Läden wie Hallhuber Berlin, in denen ich die Wände gestaltet habe. Oft sind es aber auch PR-Events, bei denen ich live Illustriere. Die Präsenz des Ladens durch eine Schaufensterillustration wird natürlich enorm angehoben, so erkläre ich mir, warum mich so viele Geschäfte für Window Art buchen.

Das Handgemachte wird einfach nie aus der Mode kommen und in letzter Zeit auch Gott sei Dank wieder unglaublich geschätzt. Somit ist es für eine Veranstaltung oder ein Laden etwas ganz Besonderes, wenn dort live gemalt wird oder die Gäste eine Illustration von mir mitbekommen. Ganz anders als ein Foto, das irgendwann im Handy verschwindet. Eine Illustration von mir wird oft irgendwo aufgehängt und bekommt einen besonderen Platz, weil es eben „handmade“ ist.

Zeichnest du auch an Fenster und Wände von Privatpersonen?

Nein. Das gab es bisher noch nicht.

Was war bisher dein schönster Auftrag?

Da gab es sehr, sehr viele schöne Jobs. Nach wie vor liebe ich die Window & Wall Art von Hallhuber in Berlin. Dafür hatte ich viel Zeit und konnte mich in meinen Mustern richtig ausleben, sodass eine sehr aufwendige Illustration entstanden ist. Aber auch ein Hotel in Amsterdam war sehr schön. Ich finde das Malen auf Events auch immer sehr schön, weil die Leute so dankbar sind für meine Kunst, das freut mich natürlich sehr. 

Empfindest du München als besonders inspirierend für deine Tätigkeit?

Für mich ist München schon sehr inspirierend, allerdings war oder bin ich nie wirklich in dieser Künstlerszene unterwegs gewesen. Ich finde meine Inspiration in Kacheln oder in Straßenpflastermustern. Ich sehe mir Geschäfte in der Innenstadt an und denke: Oh, da würde dies und das gut aussehen. Mode inspiriert mich auch schon immer – und von der gibt es in München natürlich auch viel.

Dein Illustrationsstil ist mal verspielt, mal grafisch. In welchem Stil steckt am meisten von dir persönlich?

Momentan eher das Grafische. Wenn ich was für mich persönlich male, zum Beispiel in mein Skizzenheft, dann ist das alles eher grafisch und auch immer etwas düster und dramatisch. Die meisten Menschen sind dann eher etwas erschrocken und sagen: Das hast du gemalt???

Wie würdest du deinen privaten Stil beschreiben (Interior, Mode…)?

Mein Mann übernimmt das Interieur bei uns und liebt Mattschwarz. Deshalb haben wir auch eine mattschwarze Küche, was ein ziemlich langwieriger Prozess war… Ich liebe die Vintage-Stühle von Charles Eames und Design-Klassiker wie den Platner Stuhl von Knoll, den ich mir gerade nur leider nicht leisten kann. Dann liebe ich die Mischung aus Holz und modernen Materialien wie Fenix oder Linoleum. Und ich liebe Samt. Bezüglich der Mode bin ich im tiefsten Inneren ein Hippie und würde am liebsten nur lange Kleider und Röcke tragen, aber aus praktischen und alltagstauglichen Gründen trage ich meistens schlichte schwarze Sachen, kombiniert mit ein paar Statement Pieces.

Hast du einen Tipp für Menschen, die solch ein zeichnerisches Talent nicht haben, aber trotzdem gestalten wollen?

Einfach machen! Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden und Tutorials anzuschauen, da ist für jeden was dabei.

Vielen Dank für das Gespräch, Katharina. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und viel Inspiration!

Mehr Infos unter www.katharina-konte.de

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