Hier können Sie sich in Ihrem Benutzerkonto einloggen.

What would Phoebe Philo do?

Diese Frage stellen sich nicht nur treue Céline-Fans, sondern so ziemlich alle, die den Weggang der Kreativdirektorin des französischen Labels mit mindestens einem weinenden Auge betrachten. Wir sind uns sicher: Nachfolger Hedi Slimane wird die hinterlassenen Fußstapfen perfekt ausfüllen. Und dennoch: Philo definierte während ihrer Tätigkeit für Céline einen ganz neuen und raffinierten Stil und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Modehaus nach einem längeren Dornröschenschlaf wiederauflebte und regelrechten Kultstatus erlangte.

Bereits ihre erste Runway Kollektion im Jahr 2009 war ein voller Erfolg und der Beweis dafür, dass Philo ein Handwerk ganz besonders gut versteht, nämlich Regeln zu brechen. Neue Farben, Formen, Silhouetten – die Neugier der gebürtigen Britin war von jeher grenzenlos und damit auch ihre Bereitschaft zu modischen Experimenten.

Wer nun überlegt, was wohl französische Mode mit Interior zu tun haben könnte, dem sei gesagt: einiges. Denn Philos Styling-Regeln sind so abstrakt, dass sie sich auch wunderbar auf andere Bereiche übertragen lassen. Wie? Wir verraten Ihnen die fünf wichtigsten Lektionen, die wir von Célines Kreativchefin gelernt haben:

1. Neues wagen

„Das war schon immer so“ ist sicher ein Satz, der Mrs. Philo während ihrer Zeit bei Céline nie über die Lippen kam. Mit beispielloser Lässigkeit verlängerte sie Säume, zog Hosen hoch und steckte Frauen in Männerschnitte. Ihr asymmetrischer Midi-Rock aus der Herbst/Winter Kollektion 2013 avancierte schnell zum Verlaufsschlager und Vorbild auch für andere Designer.

Nachstylen: Einfach mal machen. Mit unterschiedlichen Längen, Größen und Formen experimentieren, es muss nicht immer alles auf den ersten Blick zusammenpassen. Und vor allem: zweckentfremden. Wer sagt denn, dass die Funktion eines Möbelstücks nicht auch auf andere Art eingesetzt werden kann? Allein der „La Bohème 3 Hocker“ von Kartell bietet unzählige Möglichkeiten der Verwendung (als Hocker, als Tisch, als Beistellmöglichkeit oder im Arrangement mit mehreren Modellen).

 

 

2. Less is more/More is more

Das klassische Männerhemd fand seinen Einsatz schon sehr oft in der Damenmode. Epische Ausmaße nahm der Erfolg des Klassikers aber an, als Philo ihm zusätzlich die Ärmel abtrennte – und damit einen echten Hype auslöste. Auf der anderen Seite verstand es die Britin wie kein anderer, einem solchen Klassiker durch Hinzufügen von Details einen anderen Charakter zu verleihen. Das geschah bei Célines Crombie-Mantel, der sich nach seinem toffeefarbenem Debut 2010 plötzlich in Aubergine, Babyrosa oder Knallpink präsentierte.

Nachstylen: Trauen Sie sich. Beim Weglassen, aber auch beim Übertreiben. Verzichten Sie auf Accessoires, die sonst immer da waren (Kissen, Vasen, Leuchter etc.) oder strapazieren Sie Ihre Lieblingsfarben und Materialien (wir denken an Pink, an Samt, an auffällige Muster). Erlaubt ist, was gefällt – wer traut sich an das „Bocca Sofa“ von Gufram?

 

 

3. Niemals nie sagen

Was staunte die Fashion Crowd, als Céline bei der Herbst/Winter Kollektion 2017 plötzlich einen Look präsentierte, der vom Wilden Westen inspiriert zu sein schien. Galten Cowboy Boots doch lange als verpönt, umfasste bereits die Herbst/Winter Kollektion 2015 Schuhe im Westernstil – um schließlich zwei Jahre später endgültig für Furore zu sorgen.

Nachstylen: Genau wie in der Mode, gibt es auch im Interior-Bereich Pieces, von denen man sich irgendwann einmal verabschiedet. Im festen Glauben, dass sie NIE WIEDER zurückkommen. Denken Sie zum Beispiel an den Servierwagen, der gerade in den letzten zwei Jahren sein Comeback genossen hatte, nachdem er jahrelang als altmodisch und überholt galt (wunderschön zum Beispiel von Artek oder Kartell). Philo lehrt uns, dass man seine ehemaligen Lieblingsstücke am besten sicher aufbewahrt – bevor man sie irgendwann wieder hervorholt und neu interpretiert in Szene setzt.

 

 

4. Trust the classics

Unvergessen, als Philo im Jahr 2010 die Auszeichnung 'Designer of the Year' der British Fashion Awards entgegennahm und dabei einen trägerlosen, smokingähnlichen Einteiler trug, den plötzlich jeder haben wollte. Eines ihrer Markenzeichen, das kann man wohl so sagen, wurde das Verfeinern und die Neuinterpretation solcher Klassiker.

Nachstylen: Ein Eames ist ein Eames ist ein Eames – das kann man drehen und wenden, wie man will. Es gibt einfach Klassiker, die diesen Namen mit Recht tragen. Und deswegen auch eine immerwährende Daseinsberechtigung haben.

 

 

5. Seien Sie kreativ

Die Frühling/Sommer Kollektion 2014 von Cèline markierte eine Trendwende, als mit Graffitis versehene Tuniken, Mäntel und Faltenröcke auf dem Laufsteg zu bewundern waren. Zahlreiche Show Reports zogen ihre Parallelen zu Brassaïs Fotografien von Pariser Graffiti, Philo erklärte es backstage als "Macht den Frauen". Und auch die Accessoire-Linie dieser Kollektion überraschte mit vermeintlichen Anleihen aus der Kunst: Geometrische Mules thronten auf silbernen Kugeln sowie vergoldeten rechtwinkligen Reifen und wurden zum modischen Must-have der Saison.

Nachstylen: Wir sprechen nicht von laienartiger Wischtechnik an den Wänden, wohl aber von kunstvollen Prints, wilden Kombinationen und künstlerische Formen, die in Ihrem Zuhause Einzug halten dürfen. Denken Sie nur an die Stockholm Aquatic Schalen von Stelton!

© 2019 AmbienteDirect GmbH. Alle Rechte vorbehalten.