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Mietwohnungen verschönern

14. Oktober 2019 / Trends & Looks
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Die Mitwohnung mit einfachen Mitteln verschönern

Der Traum vom eigenen Nest, das GENAU SO ist, wie man sich das wünscht – nun, dieser Traum rückt gerade bei Mietwohnungen oft in weite Ferne, da man hier nur ungern eigenes Geld in die Hand nimmt und zum Beispiel durch eine neue Küche oder ein neues Bad in fremdes Eigentum investiert.

Aber keine Angst, das bedeutet noch lange nicht, dass Sie sich in gemieteten Objekten mit ollen Fliesen an der Wand oder schäbigem PVC abfinden müssen: Wir haben mit einer Innenarchitektin gesprochen, die uns ihre persönlichen Tricks und Tipps verraten hat, wie man aus jedem Zuhause das Optimum herausholt.

Julia Mittmann ist die Inhaberin von Mittmann Innenarchitektur und lebt mit ihrer Familie mitten in München. Ihre Leidenschaft ist die Gestaltung von Räumen, indem sie den Entwurf mit dem Nutzen in Einklang bringt. Aktuell liegt der Fokus der Innenarchitektin auf dem Thema Nachhaltigkeit, sprich: Welchen Beitrag kann sie in ihren Planungen dazu leisten? Was kann man erhalten oder verändern, welche natürlichen ressourcenschonenden und gesunde Materialien gibt es, und wie setzt man diese am besten ein? Wie lässt sich „zero waste“ in der Innenarchitektur umsetzen? Fakt ist: Kein Raum ist Julia Mittmann zu klein, um ihn nicht wach zu küssen.

 

Frau Mittmann, viele Mieter scheuen sich, zu viel Geld und Aufwand in ihre Wohnungen zu investieren. Wie kann man dennoch zum Beispiel ein altes Bad oder eine unattraktive Küche mit wenigen Mitteln aufhübschen?

Spiegelschränke oder auch nur Spiegelflächen vergrößern optisch und hellen den Raum auch gleichzeitig auf. Details wie Duschvorhänge, Stauraummöglichkeiten gilt es zu beachten, alle Utensilien sollten ihren Platz haben. Körbe aus Schilfgras oder Weidengeflecht schaffen gleich Spa Atmosphäre.

Als erstes würde ich aber schauen: Welche Farben und Materialien herrschen hier vor? Welche Stimmung möchte ich gerne erzeugen? Kann ich die vorhandenen Farben mit neuen kombinieren oder bleibe ich in der Farb-Range?
Bei Fronten in der Küche etwa gibt es ein ganz einfaches Mittel, um einen anderen Look zu gestalten: Tauschen Sie als erstes die Griffe aus!

Wie sieht es mit denn mit unschönen Fliesen und Wänden aus?

Bei unattraktiven Fliesen in Bad oder Küche gilt: Wenn die Rückwand gefliest ist, kann man diese mit Fliesenaufklebern aufpimpen. Oder den Vermieter fragen, ob man sie streichen darf. Manchmal reicht auch schon eine neue Fugenfarbe, um eine Aufwertung zu erzielen – oder ein neuer Wasserhahn, das macht optisch schon viel aus. 

Bei Ihren Wänden sollten Sie sich fragen: Welche Farbe wertet die Küche auf? Dann kann man entweder die Wand streichen oder die Wand bebildern, wobei alle Fotos in einem bestimmten Farbton eingefärbt sind. Man kann die Wand auch ganz einfach als Moodboard für Kochrezepte nutzen. Alles, was beim Hinschauen inspiriert, ist erlaubt. Wie zum Beispiel auch Pflanzen und frische Kräuter. Stehen sie auf der Fensterbank oder hängen sie in schönen Körben vielleicht sogar im Fenster?
Die Details bestimmen die Atmosphäre und machen den Unterschied.

Weiter geht es mit den Fenstern: Sind sie „nackt“? Dann werten Sie sie mit einem Stoffrollo auf. Das schafft auch gleich wieder etwas mehr Gemütlichkeit.
Böden lassen sich mit einem waschbaren Teppich aufwerten und/oder zonieren.
Und weiter: Sind Arbeitsfläche und Essplatz gut ausgeleuchtet? Dimmbares Licht über dem Esstisch ist auch immer gut, wenn man es etwas gemütlicher haben will. Ganz wichtig: Immer warmweiße Leuchtmittel verwenden, sonst wirkt es schnell wie im Krankenhaus.

 

Haben Sie einen Tipp für unschöne oder ungleiche Bodenbeläge?

Hier darf man ruhig mal kreativ werden. Wenn in jedem Raum ein anderer Bodenbelag ist, wird es natürlich etwas kniffliger. Zunächst heißt es dann der Situation zuzustimmen. Früher war das oft so. Jeder Raum hat eine andere Funktion und somit auch einen anderen Bodenbelag. Wenn das so ist, kann man sich einen hell abgetönten Farbton für die Wände aussuchen, der zu allen Bodenbelägen passt. Dann werden die Böden über die Wandfarbe vereint. Wenn das Zimmer farblich stimmig eingerichtet ist, dann nimmt man den Boden auch nicht mehr so wahr. Auch hier wieder: mit einem Teppich Abhilfe schaffen. Wenn Sie den Boden partout nicht mögen, kann man auch mit einem großen Auflegeteppich arbeiten.

Mit welchen Tricks arbeiten Sie am liebsten, um aus kleinen Räumen das Beste herauszuholen?

Selbstdisziplin: Alles hat seinen Platz, je aufgeräumter, desto besser! Alles ist “Reduced to the Max”.
Der Focus liegt auf den Hauptbereichen. Jeden Winkel optimal nutzen, sprich: Möbel mit verstecktem Stauraum oder multifunktionale Stücke kaufen. Schränke raumhoch in Wandfarbe wählen sowie auf eine klare Formensprache setzen, die den Raum nicht kleiner erscheinen lässt. Achten Sie auf Proportionen! Setzen Sie Highlights in Form von Akzenten.  

 

Schöne Wohnung, aber kaum Tageslicht – was tun?

Hier ist das A und O die Beleuchtung. Schaffen Sie eine gute Grundbeleuchtung und arbeiten Sie mit Akzenten. Der Platz, an dem Sie sich am liebsten aufhalten, bekommt eine extra schöne Leuchte. Dimmbare Leuchten ist auch immer gut, dann kann man mit der Helligkeit spielen.

Die Einrichtung würde ich in diesem Fall hell und leicht gestalten und darauf achten, dass der Raum großzügig wirkt.

 

Auf welche Dinge sollten potenzielle Mieter Ihrer Meinung nach achten, bevor Sie eine Wohnung anmieten, also was sind Dinge, die man mit wenig Aufwand ändern kann, und was sind absolute No Gos?

Immer auf die Raumaufteilung achten! Kann ich mir vorstellen, hier jeden Tag den Flur entlang zu laufen? In welchem Zustand sind Bad und Küche und wie ist der Ausblick? No Gos sind für mich persönlich laute Straßen. Und man kann aus jedem Raum etwas machen. Manche sind eine Herausforderung, aber gerade dann macht es am meisten Spaß.

 

Wohnen auf Zeit ist ja gerade in der heutigen Zeit ein häufiges Phänomen von Arbeitnehmern, die zum Beispiel unter der Woche in Firmenappartements oder Hotelzimmern wohnen müssen. Ihr Tipp für ein kleines bisschen Heimatgefühl in diesen Räumen:

Hier würde ich mit Accessoires arbeiten. Kissen und Decken aufs Sofa, eigene Pflanzen und vielleicht eine zusätzliche Leuchte oder Teppich. Man kann auch seine Lieblingsfotos auf aufklebbare Materialien drucken lassen, die rückstandslos zu entfernen sind.

Vielen Dank für das nette und informative Interview!

 

Mehr Informationen finden Sie unter

www.juliamittmann.de

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