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Grooming, Fitness, Wellness – Man(n) ist schon länger auf den Beauty-Zug aufgesprungen und bestückt das Badezimmer genau wie die Liebste mit Töpfen, Tiegeln und Tuben. Wenn das nicht nach neuen Möglichkeiten der Aufbewahrung schreit! Ob Körbe, Regale oder Utensilos, jetzt wird gestellt, verstaut, gehangen und geräumt, was das Zeug hält. Frei nach dem Motto „Erlaubt ist, was Platz schafft“, finden sich im Badezimmer nun ganz besondere Wege der Neuorganisation aller wichtigen Beauty Gadgets.

Aber die Aufbewahrung allein ist es nicht, die uns an diesem Thema beschäftigt (wir freuen uns ja über jeden guten Grund, unser Bad neu zu gestalten und zu bestücken). Die Fragen, die uns hier noch mehr umtreiben, sind die nach den Trends in Sachen Beauty für ihn: What’s hot and what’s not? Was gehört nun absolut zur täglichen Routine beziehungsweise zur notwendigen Vorbeugung – und was kann er getrost vernachlässigen?

Dr. Tatjana Pavicic

INTERVIEW

Eine, die es wissen muss, ist Dr. Tatjana Pavicic aus München. Die klassisch und ästhetisch tätige Dermatologin ist international gefragt und gilt als führend im Bereich eines holistischen Ansatzes, der bei einer Behandlung viele Faktoren berücksichtigt. Ihr Ziel ist dabei unter anderem, den Umgang mit ästhetischen Behandlungen selbstverständlicher zu machen und den größeren, teuren Eingriffen entgegenzuwirken: „Je früher man leichte Korrekturen vornimmt, desto natürlicher ist das Ergebnis und desto langfristig effektiver und kostengünstiger ist es für den Patienten.“ Dabei berücksichtigt Dr. Pavicic die Anatomie eines Gesichts, das Sprechverhalten, die Proportionen und die gesamte Mimik – jeder Patient wird zunächst individuell analysiert, bevor die Dermatologin Diagnose und Behandlungsplan erstellt.

Kosmetik und kosmetische Behandlungen sind nicht mehr länger Frauensache. Wie kommt es zu dieser Entwicklung?
Männer möchten auch eine gepflegte Haut und einen strahlenden Teint haben, und sie möchten auch nicht müde, erschöpft oder gar krank wirken. Einer der Gründe ist – ähnlich wie bei den Frauen – der gesellschaftliche und mediale Druck, immer besser auszusehen, um damit bessere Chancen nicht nur bei der Partnerwahl, sondern auch im Beruf zu haben.


Stichwort Männerbeauty, Bartpflege & Co: Was sind die Trends und beliebtesten Behandlungen, die aktuell zu beobachten sind?

Männer bevorzugen Behandlungen, die keine offensichtlichen Veränderungen bringen und vor allem keine langen Ausfallzeiten mit sich bringen. Ein Facial mit einem leichten chemischen Peeling und einer Feuchtigkeitsmaske, um die abgestorbenen oberflächlichen Hautschichten zu entfernen und der Haut mehr Strahlkraft zu verleihen, eine nicht invasive Licht-/ Laserbehandlung gegen störende Äderchen an der Nase oder Wangen und/oder gegen große Poren oder kleine Aknenarben, aber auch straffende Behandlungen wie zum Beispiel mikrofokussierter Ultraschall, um der Hauterschlaffung entgegen zu wirken, etwa um die Augen. Aber auch Botulinumtoxin und Filler gehören bei Männern heute dazu.


Welche Pflegerituale sollte Mann regelmäßig durchführen? Und von welchen Treatments ist abzuraten?

Die Pflegerituale sollten immer den individuellen Hauttyp berücksichtigen. Da aber Männer allgemein eine dickere Haut und eine höhere Talgproduktion haben, ist ein bis zwei Mal pro Woche ein leichtes Peeling empfehlenswert, zum Beispiel mit 10-15% Glykolsäure. In jüngeren Jahren eine leichte Feuchtigkeitscreme, morgens und abends, später evtl. auch in Kombination mit einem retinol- oder peptideenthaltenden Serum gegen den Kollagenabbau. Eine desinfizierende und beruhigende Lotion nach dem Rasieren ist ebenfalls empfehlenswert, da die Haut durch das tägliche Rasieren gestresst und „verletzt“ wird. Selbstverständlich sollten auch Männer ihre Haut vor zu starker Sonnenschädigung durch Anwendung eines für ihre Haut geeigneten Sonnenschutzmittels schützen.

Was Männer im Allgemeinen meiden sollten, sind sogenannte reichhaltige Cremes, da diese die Haut noch fettiger und glänzender machen und zu Pickeln führen können.


Thema Anti Aging: Während graue Haare und ein markanter George Clooney Look bei Männern lange Zeit als sexy durchgingen, greifen nun immer mehr Männer auf Filler, Botox und Laser zurück. Wirkt ein so glatt gebügelter Mann noch männlich?

Aber absolut. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass es beim Einsatz von Fillern, Botulinumtoxin und allen anderen Anti-Aging Methoden darum geht, die Männer nicht „glattzubügeln“, sondern durch einen gezielten Einsatz dieser Methoden einen müden, negativen oder gar bösen Gesichtsausdruck zu mildern beziehungsweise diesem vorzubeugen. Vielmehr kann etwa durch den Einsatz von geeigneten Fillern ein männliches Gesicht männlicher gemacht werden, zum Beispiel durch eine definierte, eher rechteckige Kieferkontur. Hierbei gilt es zu beachten, dass sich das männliche und weibliche Gesicht bezüglich ihrer Ästhetik grundsätzlich unterscheiden. Auf gar keinen Fall sollte man Männern hohe Wangenknochen oder gar Apfelbäckchen verpassen!

Zudem sollte insbesondere bei Männern beim Botulinumtoxin das Motto „Weniger ist mehr“ gelten. Mit Lasern kann man die schlaffe Haut unter den Augen („Tränensäcke“) und die tiefen Falten um die Augen mildern, dadurch wirkt der Mann frischer und entspannter. Durchaus sehr männliche Eigenschaften.


Inwiefern können Ernährung, äußerliche Pflege und Bewegung den Alterungsprozess aufhalten?

Ein gesunder und ausgewogener Lebensstill sind sicherlich ein wichtiger Teil der globalen Anti Aging-Strategie. Oxidative Prozesse, insbesondere die freien Radikale, spielen eine zentrale Rolle für den Alterungsprozess des gesamten Organismus, so auch der Haut. Daher ist eine ausreichende Aufnahme von Antioxidantien (Radikalfänger) über die Ernährung sehr wichtig. Diese sind insbesondere in vielen Gemüse- und Obstsorten enthalten. Auch die Vermeidung von Zucker ist wichtig. So sprechen wir beispielsweise auch von „Glykoaging“, weil die „Verzuckerung“ von Proteinen im Alterungsprozess eine wichtige Rolle spielt. Eine ausgetrocknete Haut ist zum Beispiel angreifbarer für die Noten aus der Umwelt und reagiert darauf mit Entzündung. Eine chronische Entzündung führt dann zu einer beschleunigten Alterung und Faltenbildung, dem sogenannten “Inflammaging“. Sehr frei nach dem Motto „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ kann man auch sagen: „Eine gesunde und strahlende Haut gibt es nur auf einem gesunden Körper“.

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