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Let’s celebrate!

Klassiker

2017 gibt es einige Design-Jubilare – manche feiern sogar schon ihren 50ten Geburtstag! Vom alten Eisen sind sie aber noch lange nicht…

„30 ist doch noch kein Alter!“ sagt man, wenn die Freundin Geburtstag hat und anfängt sich zu sorgen. Aber wenn ein Möbel- oder Designstück drei Dekaden feiert, sieht die Sache anders aus. Dann ist das ein echter Grund zu feiern! Denn nur wenige schaffen es schließlich, auf dem schnelllebigen Markt so lange zu bestehen. Und noch wenigere schaffen es, in dieser Zeit zu echten Klassikern zu werden. 2017 feiern gleich mehrere Designs ihr Jubiläum. Eine gute Gelegenheit, sie nach ihrem Geheimnis zu durchleuchten…

Da wäre zum Beispiel Componibili von Kartell: Ein Möbelstück, das die Branche in den Sechziger Jahren revolutionierte und seitdem zu einem der gefragtesten Möbelstücke der Welt gehört. Anna Castelli Ferrieri, eine Mailänder Architektin und Designerin, entwarf den runden Container auf Rollen 1967. Seine formale Reinheit, die kombinierbaren Modulelemente und sein innovatives Material (ABS Kunststoff) machten „Componibili“ damals über Nacht berühmt. Nicht nur weil das Möbelchen so praktisch war – vor allem aber, weil es das Lebensgefühl dieses aufregenden Jahrzehnts perfekt einfing.

Der Panton Chair von Verner Panton tat dies auch: Nicht nur mit seiner expressiven Form und den poppigen Farben, auch die Tatsache, das er vollständig aus Kunststoff gefertigt war, atmete Zukunftsgeist. Er war so visionär, dass selbst der Hersteller Vitra Jahre brauchen sollte, bis der Stuhl in Serie gehen konnte. Und noch viel länger, um ihn exakt mit der mattglänzenden Oberfläche zu produzieren, wie es sich Mastermind Verner Panton einst dachte. So oder so verkaufte sich der rasant geschwungene Stuhl von Beginn an großartig und ist jetzt einer von Vitras Bestsellern. Kaum ein anderer hat schließlich auch so einen Wiedererkennungswert.

Eine, die man auch nicht wieder aus dem Kopf kriegt, wenn man sie einmal gesehen hat, ist die Tolomoeo Leuchte von Artemide. Ihr großer, beweglicher Schirm und der Drahtseilzug, mit dem sie sich stufenlos verstellen lässt, brennen sich ins Gedächtnis. Vielleicht, weil ihre Inspiration so ausgefallen und alltäglich zugleich war: Anglerruten! Der große italienische Designer Michele De Lucchi beobachtete in seinem Sommerurlaub einst die Angler am Meer und kam dabei auf die Idee zur „Tolomeo“. Heute gibt es eine ganze Familie von den Drahtseilzug-Leuchten: Minis, Maxis, solche mit Standfuß und andere mit Tischklemme, es gibt sie mit Dimmer oder Bewegungssensor, mit Metall-, Pergament- oder Seidensatinschirmen… Eine halbe Million „Tolomeos“ verlassen die italienische Produktionsstätte jährlich, um in Hotels, Büros, Shops, Häusern und Wohnungen ihren Platz einzunehmen.

Was man aus ihrem Erfolg lernen kann? Vielleicht das gutes Design kreative Freiheit braucht. Und Menschen, die an die Idee glauben. Denn hätte Artemides Geschäftsführer damals De Lucchi ob seiner Anglerruten-Inspiration ausgelacht, wäre die Welt nie zu dieser Ikone gekommen. Man könnte sich aber auch merken, dass selbst ein Designklassiker wie die „Tolomeo“ immer in Bewegung bleiben muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Kleine Adaptionen und Veränderungen am ursprünglichen Design müssen von Zeit zu Zeit sein. So kommen auch zu den Sammlerstücken der Taika-Geschirrserie von Iittala, die 2006 von Klaus Haapaniemi entworfen wurde, immer neue Entwürfe hinzu. „Sie erzählen Geschichten und sollen dazu anregen, sich eigene Stories auszudenken,“ sagt der Erfinder über seine Illustrationen. Selbst Designklassiker sind eben nie wirklich fertig.

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Jubiläum2
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Jubiläum4
Jubiläum5
Jubiläum6
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