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Vincent van Duysen

Architektur
Magazin Portrait Van-Duysen
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Natur pur: Der "Material Man" aus Belgien

Vincent van Duysen ist erfolgreicher als je zuvor: Neben unzähligen Architekturprojekten leitet er seit kurzem als Kreativdirektor das renommierte Team von Molteni & C. und entwirft daneben noch Möbel, Leuchten und Objekte für die Crème-de-la-Crème der Designwelt. Auf der „Design Biennale 2016“ im belgischen Kortrijk, wo er zum „Designer des Jahres“ gekürt wurde, präsentierte er sich trotzdem ganz unprätentiös: Mit einer fensterlosen, cremefarbenen Wohnbox und handverlesenen Möbelstücken darin.

Was man jedoch im ersten Moment als Minimalismus abstempeln möchte, wird mit jeder Sekunde reicher, in der man Van Duysens’ Werk betrachtet. In seiner Messe-Musterwohnung in Kortrijk sind beispielweise Boden, Möbel und Wände mit einem Mix von Beton, Metall, Holz, Wolle und anderen hochwertigen Naturmaterialien weichgezeichnet. Fasst man sie an, dann fühlt man sägeraues Holz, feinporiges Beton, kratziges Sisal, kühles Leinen… Nicht ohne Grund wird Vincent van Duysen “Material Man“ genannt. Denn er verzichtet in all seinen Entwürfen, egal ob es sich um ein Gebäude oder ein Objekt handelt, auf formelle Schnörkel und gestalterischen Schnickschnack.

Weniger ist mehr

Auch mit Farben und Mustern hat er es nicht. Stattdessen setzt er ganz subtil auf die Kraft der Materialien: Kombiniert derbe und feine, warme und kalte, traditionelle und moderne Werkstoffe — und trifft damit genau den Nerv der Zeit und einer Gesellschaft, die sich nach Gefühl sehnt. Dabei überlässt der Belgier nichts dem Zufall: Vincent van Duysen komponiert. Er setzt alle Elemente so bewusst ein, dass sie gemeinsam ein berührendes Zusammenspiel ganz nach seinem Geschmack ergeben. Wer jetzt einen lauten Tusch oder ein aufbrausendes Crescendo erwartet, der liegt daneben. Vincent van Duysen möchte Ruhe. „Zuhause ist für mich der Ort, wo man weit weg ist vom hektischen Alltagsleben“ sagt Van Duysen. Damit diese Abkoppelung der Sinne gelingt, ist Van Duysens Architektur reduziert bis archaisch. Alles Überflüssige wird weggelassen. (Da verwundert es auch nicht, dass Vincent Van Duysens’ großes Vorbild der niederländische Mönch und Architekt Hans van der Laan ist). In Sachen Einrichtung ist der Belgier hingegen nicht spartanisch. Er füllt Räume Lage um Lage mit Teppichen, Vorhängen, Möbelstücken, unterschiedlichsten Leuchten — auf seinem Schreibtisch kann man sogar ein dekoratives Porzellan-Eichhörnchen stehen sehen und auf Beistelltischen stapeln sich Bücher und Magazine.

„Ich bin ein sehr intuitiver Mensch“ sagt Van Duysen über sich selbst. „Ich entscheide alles aus dem Bauch heraus.“ Und sein Bauchgefühl scheint ihm regelmäßig zu dem Van-Duysenschen-Erfolgsmix von geordneter Architektur, reduzierten Formen, sinnlichen Materialien und gedämpften Farben zu raten. Egal wo Vincent van Duysen am Werk war — dem Concept Store Graanmarkt 13 in Antwerpen, dem Aesop Shop in Hamburg, einem Bauernhof in Knokke oder dem Molteni Showroom in Milano — seine Message wird überall deutlich: Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl, dass man sanft aus seinem Versteck heraus kitzeln muss.

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Große Couch
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Schlafzimmer mit Einbauschränken und Stuhl
Stuhl und Stehleuchte
Wohnzimmer mit beigen Möbeln
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