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Die Gestalter GamFratesi

Architektur

„Skandinavischer Stil mit einem italienischen Twist"

  Wer sich auf der Champs-Élysées verewigen darf, der hat es geschafft. Die beiden Innenarchitekten Stine Gam und Enrico Fratesi duften auf der Prachtmeile von Paris sogar gleich zwei Projekte realisieren: Die Brasserie „Flora Danica“ und das Gourmetrestaurant „Copenhague“, die beide in dem historischen Gebäude „Maison du Danemark“ liegen. Tritt man dort ein in die schiefergrau-grün-blaue Welt von GamFratesi, fühlt man sich gleich auf eine unaufgeregte Art zuhause. Es ist behaglich, aber nicht überladen. Natürlich, jedoch nie unterkühlt. Nirgendwo gibt es ein Zuviel – alles ist wohl überlegt, aber unverkrampft.

Diese gestalterische Spezialität von Stine Gam und Enrico Fratesi kennt man bereits von ihren Produktdesigns, von Entwürfen wie dem „Beetle“ Chair für Gubi, dem „Targa“ Sofa für Wiener GTV Design oder der „Yuh“ Leuchte für Louis Poulsen: Sie sind zurückgenommen und zeitlos in ihrer Ästhetik, dabei aber sehr gefühlig. Ein Spagat – der dem Gestalter-Duo scheinbar mühelos und immer wieder gelingt. „Wir haben einen strengen, skandinavischen Ansatz an Design, Funktionalität und Handwerk“ sagen die beiden über ihre Arbeit. „Aber es steht immer auch ein starkes emotionales Konzept dahinter.“

Der „skandinavische Stil mit einem italienischen Twist“ (wie man den GamFratesi-Stil beschreiben könnte), trifft dabei genau den Puls der Zeit. Bei GamFratesi ist er aber doch nochmal anders: Er ist nicht so effekthascherisch, wie man es von vielen anderen Designern kennt. Vielleicht liegt das daran, dass Stine Gam und Enrico Fratesi sich selbst genug sind: Die Dänin und der Italiener lernten sich während des Architekturstudiums kennen und pilgern für ihre Liebe seitdem unermüdlich zwischen Italien und Dänemark hin und her. Lachend beschreiben sie in Interviews, wie sie sich im Alltag gegenseitig herausfordern und zur Weißglut treiben. Bei Produktentwürfen werden Farben und Materialien perfekt aufeinander abgestimmt, klassische Handwerkskünste auf die Spitze getrieben… Kurz gesagt: Gemeinsam loten sie die Grenzen der Machbarkeit aus. „Wir sind beide beides: Perfektionistisch und Passions-getrieben.“ Durchschnitt überlassen die beiden Architekten und Produktgestalter anderen.

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In den Pariser Gourmettempeln oder auch in dem von GamFratesi entworfenen Restaurant „Verandah – The Standard“ in Kopenhagen, kann man das zum Beispiel an der Auswahl der Materialien erkennen: grüner Marmorboden im Fischgrätmuster verlegt, ein Podium aus Echtholzbalken, butterweiche Ledersessel und Woll- und Samtbezüge von Polsterstühlen, bei denen man sich sofort gestreichelt fühlt… Auch optisch fehlt es nicht an Sinneskitzlern: Botanische Prints, die sich zu einer Art Wandtäfelung zusammenfügen, interpretieren beispielweise den aktuellen Zimmerpflanzen-Trend auf eine sehr raffinierte Art. Oder ein eigens angefertigtes, mattweißes Porzellanservice, das sich von den nachtblauen Seidenbaumwoll-Tischdecken abhebt wie vom Mond angeleuchtete Wolken am Himmel. Es ist diese nüchterne Originalität, die GamFratesi so genial macht.

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